#13.1 Das musst Du selber wissen!

Ein Spruch à la Monika, der eigentlich nicht mir gebührt genauer unter die Lupe zu nehmen, denn dieser Muttispruch war von Anbeginn auf Schelmines Liste ganz weit oben.  – Dennoch muss ich es tun.
Aus meiner Sicht. Aus der heutigen Sicht. Und damit erhoffe ich, dass meine Schelmine die ihrige in einem eigenem Beitrag noch erzählen wird. Wenn die Zeit dafür ist. Wann auch immer das ist. Das muss sie selber wissen.

So wie sie wohl vieles in der nächsten Zeit selber wissen muss und wird. Ob es der Einen oder dem Anderen lieb ist. Ob es dem Einen oder der Anderen in den Kram passt. Oder eben auch nicht. Ja, es kommen schwere Zeiten auf Schelmine zu. Dies kann ich aus doppelter Erfahrung bekanntgeben:  Sowohl als Tochter, als auch als Mutter.

Und ich muss ehrlich gestehen, aus heutiger Sicht einer Mutter bin ich mir nicht mehr sicher was schlimmer ist: Als junges Froillein, was erwachsen werden will und wird, mit dieser teils eingeschnappt und teils resignierend wirkenden mütterlichen Aussage „Das musst Du selber wissen“ die getroffene Entscheidung reflektieren zu müssen – durchzuziehen oder ggf. doch die Richtung zu ändern – in jedem Falle aber irgendwie bedröppelt aus dem Mutter-Kind-Dialog rauszugehen, weil die erhoffte Reaktion nicht eingetreten ist oder man erst gar nicht mit solch einem Widerstand gerechnet hätte. (Ungeachtet der Dialoge, die seitens der Mutter herbeigeführt werden um Erfahrungen und Weisheiten vorsichtig bis hin zu offensiv einmischend an die Tochter heranzutragen.)

Oder aber in einer frisch zu entdeckenden und selbst zu gestaltenden und auf Vorbilder (negative wie auch positive) bauenden Mutterrolle mit jenem Muttispruch konfrontiert zu werden. Und zwar in der Regel unerwartet und un(v)erhofft. Und dies nicht nur in der wohlbekannten Mutter-Monika-Tochter-Welt, sondern auch noch darüber hinaus in der Wir-sind-Mütter-wir-wissen-was-gut-ist-Welt von engagierten Mitte 20- bis Mitte 30-Jährigen Erst- bis Viertgebärenden. Hinzufügen möchte ich ehrlicher und fairerweise, dass der von Schelmine und mir einstimmig als Muttispruch par excellence auserkorene Satz „Das musst Du selber wissen“ noch mehr an Volumen gewinnt, sollte der Kindsvater – der ein Freund/Bekannter oder der Freund/Ehemann der Freundin/Bekannten ist – sich unschuldig und doch eifrig mit eigenen oder den von der Kindesmutter geschilderten Erfahrung (möglicherweise ungefragt) in ein Gespräch einbringen. Im Falle von einer anderen Meinung oder einem anderen Standpunkt seitens der Neu-Mutter bereichert er das Gespräch bestenfalls pikiert und/oder mit leicht süffisantem Grinsen und einem erfrischendem „Das musst Du selber wissen“ impliziert „Du wirst Deine Meinung mit Sicherheit bald ändern.“ und mitklingendem „Wir werden ja sehen.“ in Hinsicht auf seinen möglichen – wenngleich möglicherweise nicht auf eigenen Erfahrungen basierenden – Wissensvorsprung.

Herrje. Schelmine. Ich möchte nicht unken. Aber es ist tatsächlich manchmal so. Seufz. Nach unseren Müttern kommen die anderen Mütter. Wer hätte das gedacht.

#13.1 Das musst Du selber wissen
#13.1 Das musst Du selber wissen

Noch ehe Du den Spruch für Dich, für uns und für die Nachwelt aus deiner Schelmine-Monika-Spektralwelt schildern konntest, hat sich ein neues Kapitel aufgetan. Und für dieses neue Kaptel wünsche Dir ausreichend Kraft, gute Nerven und eine große Portion Gelassenheit. Und bei dem Stichwort Gelassenheit, da glättet sich meine in Sorgenfalten gelegte Stirnfalte schlagartig (zumindest mit Hilfe beider Hände). So bin ich mir sicher, wer durch Monikas Schule gegangen ist, wer trotz der allseits unerschütterlichen Sorge und Liebe der eigenen Mutter im Umgang mit der selbstbewussten Tochter – ausgedrückt in zahlreichen Muttisprüchen – seinen eigenen Weg gegangen ist und auch mal sagen konnte „Hätte ich mal besser auf Dich gehört“ oder ein „Du hattest Recht.“ (natürlich nur ganz leise und natürlich meist mit angemessener Verzögerung und natürlich leicht hin und ganz nebenbei im einem völlig anderen Kontext), der schafft auch die anstehende und nicht mehr endende Neu-Mütter-und-Väterparade an Weisheiten und Empfehlungen einhergehend mit dem „Das musst Du selber wissen“ aka „Dann bist du eben nicht so ne coole Mutti“ aka „Wir können ja mal wieder irgendwann telefonieren, mit treffen ist grad schlecht“ aka „Wer hätte gedacht, dass wir doch so verschieden sind…“.

Meine liebe Schelmine, es gibt wohl kaum etwas sozial und strukturell Gravierenderes im Leben, als selbst in die Rolle der Mutter hineinzuwachsen. Und es gibt wohl kaum etwas Herausforderndes (außer die soziale Umwelt im allgemeinen und unsere lieben Mütter Monika im Besonderen) als seinen eigenen Weg dabei zu gehen und zu entscheiden was frau für gut und für weniger gut befindet. Zum Wohle des Kindes. Zum Wohle für sich selbst. Aber was nun wirklich gut und was nicht gut ist, was passt und was nicht – das meine Liebe, dass wirst Du selber wissen bzw. herausfinden (müssen).  So wie jede Mutter vor Dir, neben Dir und nach Dir.

Etwas Positives gibt es jedoch noch unbedingt: Ist es in der eigenen Neu-Mutterwelt mal zu viel des Guten, mit Monika lässt es sich vorzüglich darüber austauschen und Kraft sammeln –  denn eine Monika ist immer da. Sie wird zuhören, sich mitfreuen und mitschimpfen und mit Sicherheit einen ganz optimalen und (un)passenden Muttispruch zur entsprechenden Gesprächssituation parat haben.  Sollte sich dabei der Monika-Rückenwind doch einmal zum Gegenwind entwickeln, empfehle ich einen ausgiebigen Tratsch in der Neu-Mütterrunde der eigenen Wahl und bin ergänzend dazu versucht, vorab tröstend zu sagen: „Das hat sie bestimmt nicht so gemeint.“

Ein Muttispruch, der mir derzeit in Hinblick auf die Lebens-Schilderungen meiner eigenen Tochter oft über die Lippen kommt und der einen eigenen Artikel mit ausschweifenden Gedankensträngen, ausgeklügelten Nebensätzen und damit den Leser fast zur Verzweiflung bringende Satzkonstruktionen beansprucht.

Für heute aber – meine liebe Schelmine –  ein aufrichtiges und freudiges: Willkommen in der Welt der Mütter!

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